Frauen organisieren in Hesepe Seniorentreff zum Klönen und Spielen

Treff für Junggebliebene

Von Stella Blümke | 30.01.2025, 16:24 Uhr

Anne Bundt, Gabriele Knölker, Rita Winkler und Rita Lüdcke (von links) organisieren mit viel Herzblut den Heseper Treff für Junggebliebene. Foto: Stella Blümke

Gemeinschaft, Spiele und Kuchen: Weil es keine Angebote für die ältere Generation gab, organisieren vier Frauen alle zwei Wochen den Heseper Treff für Junggebliebene. Von Beginn an wird die Veranstaltung gut besucht, so gut, dass die Räumlichkeiten eng werden.

Es gibt derzeit viele schlechte Nachrichten auf der Welt, da hat es das Positive oft schwer, ins Bewusstsein der Menschen zu dringen. Wir halten dagegen: Gutes aus Bramsche – warum Bramsche ein richtig guter Ort zum Leben ist.

Es ist voll im Gemeinschaftsraum der Baugenossenschaft in Hesepe am Dienstagnachmittag. An fünf Tischen spielen Senioren Doppelkopf, Rommé, Rummikub, Phase 10 oder Mensch Ärger dich nicht. Die Stimmung ist locker, es wird geredet und gelacht.

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Seit April vergangenen Jahres findet alle zwei Wochen der „Heseper Treff für Junggebliebene“ für Senioren aus Hesepe und der näheren Umgebung statt. Und das von Beginn an mit reichlich Zulauf, wie die vier Organisatorinnen berichten. „Das ist ein Selbstläufer“, sagt Rita Winkler (63), die die Idee aufbrachte.

Treffpunkt für Senioren in Hesepe

„Es war als Treffpunkt gedacht, wo man sich unterhalten und Kontakte knüpfen kann.“ So einer habe in Hesepe gefehlt, im Alter nehmen die Kontakte ab. „Ich arbeite beim Grünplatz und höre von der älteren Generation, dass es für sie nichts gibt.“ Das habe sie an den Ortsrat weitergegeben, wo es auf fruchtbaren Boden gefallen sei.

„So um 14.50 Uhr laufen die ersten auf, um die besten Plätze zu bekommen“, berichtet Rita Lüdcke. Dabei geht es offiziell erst um 15 Uhr los. Eine Frau sei an diesem Tag besonders früh dagewesen. „Beim letzten Mal war es extrem voll“, erklärt die 71-Jährige. Der Platz der Frau sei beim letzten Mal zugestellt gewesen, das sollte ihr nicht wieder passieren.

Nach Kaffee und Kuchen werden Karten- und Brettspiele gespielt. Foto: Stella Blümke

Viele Heseper besuchen den Treff

Zwischen 25 und 30 Personen kommen in der Regel, sagt Anne Bundt (62). Viele davon seien Stammgäste. „Zwei Männer sind sogar von Anfang an dabei“, ergänzt Rita Lüdcke. Die Frauen schauen sich beim Erzählen immer wieder an, ergänzen die Aussagen der anderen. Dabei sprechen auch alle mal durcheinander. Man merkt ihnen an, wie viel Spaß sie an der Sache haben.

„Beim letzten Mal waren es mehr. Wir bräuchten einen Raum für 40 Personen“, so Rita Winkler. Die Baugenossenschaft stellt ihnen den Raum kostenlos zur Verfügung, sagen die Frauen. Dafür sind sie dankbar, genauso wie für das Engagement ihrer Ortsbürgermeisterin Ulrike Fänger. Ein Vorteil ist die zentrale Lage sowie die Barrierefreiheit, sind sie sich einig.

Neue Kontakte geknüpft

Für viele ist der Heseper Treff bereits zu einem festen Termin geworden. Zwei Frauen haben sich beim Heseper Treff gesucht und gefunden, erzählt Rita Winkler. Sie seien sich im Vorfeld schon in Hesepe begegnet, durch den Treff verabreden sie sich zum Spazierengehen.

Eine Gruppe habe direkt zu Beginn an einem Tisch zusammengefunden, um gemeinsam Phase 10 zu spielen, erzählt Rita Lüdcke. „Die sitzen zu siebt, die kannten sich vom sehen, zwei wohnen in derselben Straße. Die haben sich gesucht und gefunden“, erzählt Rita Winkler. „Die sind so dankbar, wenn sie gehen“, sagt Rita Lüdcke über die Besucher. Das mache auch ihnen Freude, ergänzt Rita Winkler mit einem Lächeln.

Die fünf Frauen treffen sich alle zwei Wochen, um gemeinsam Phase 10 zuspielen. Foto: Stella Blümke

Nach dem Kuchen wird gespielt

Es gibt selbstgebackenen Kuchen, Kaffee, Tee und Wasser, als Gegenleistung stellen die Frauen ein Sparschwein für Spenden auf. Beim Backen wechseln sich die vier Frauen ab. Zusätzlich backt eine Frau, die den Treff regelmäßig besucht, einen Kuchen, erzählen sie. Nach dem „Sturm aufs Kuchenbuffet geht es an die Spiele“, sagt Gabriele Knölker (65). Dafür werde zügig abgeräumt.

„Das ist auch für uns ein Kaffee-Nachmittag“, sagt Rita Winkler. In der Küche, in die sich die vier zurückziehen, während die Senioren spielen, haben die vier Frauen Zeit zu klönen. „Ich spiele auch mal mit, wenn es hier drin zu voll wird“, so Rita Winkler.

Organisatorinnen sind Freundinnen geworden

„Wir haben uns hier in der Gruppe gefunden“, sagt Gabriele Knölker. Sie kannten sich zwar im Vorfeld, durch das gemeinsame Engagement seien sie aber näher zusammengerückt. Die Handgriffe sitzen, jeder wisse, was er zu tun habe.

Gegen fünf Uhr werde es unruhig, kündigt Rita Winkler an, dann hören die ersten auf zu spielen und machen sich auf den Heimweg. Viele kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Andere lassen sich bringen, weiß Anne Bundt.

Fröhliche Besucher zum Abschied

Und tatsächlich wird es gegen 17 Uhr unruhig im Raum. „Aufbruchsstimmung“, kommentiert Anne Bundt. Nach und nach kommen die Besucher in die kleine Küche, um Gläser und Kaffeetassen auf dem Tisch an der Wand abzustellen.

Wer geht, schaut kurz in die Küche, um „Tschüß“ zu rufen. Und auch die vier Frauen verabschieden ihre Gäste mit Namen, wechseln hier und da ein paar Worte. Alle wirken fröhlich und haben ein Lächeln auf den Lippen.

Projekt für die Zukunft

Nebenbei fangen Anne Bundt und Rita Lüdcker an, das Geschirr neben der Spüle zu sortieren. Sie spülen die Kaffeekannen aus und beginnen mit dem Abwasch. Nebenan fängt Rita Winkler an, die Tische und Stühle zur Seite zu räumen. Für die Hockergymnastik am nächsten Tag muss der Raum wieder frei sein.

Rita Winkler fasst es zum Schluss passend zusammen: „Wir werden auch alle älter, das vergessen nur viele. Wenn man solche Begegnungspunkte schafft, bleiben sie hoffentlich“.



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